Was sind die Vorteile eines Wasserbettes?

Bett
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Wasserbetten galten bis vor gar nicht langer Zeit als exotisch, ja sogar leicht verrucht. Das hat sich mittlerweile geändert. Die Schlafstätten sind ihren Kinderkrankheiten entwachsen und werden heute als das betrachtet, was sie sind. Ein technisch ausgereiftes Produkt mit einer ganzen Reihe medizinischer Vorzüge. Nicht selten werden Käufer nicht durch ihre Innenarchitektin, sondern durch den Orthopäden auf das Wasserbett aufmerksam gemacht.

Die Geschichte des Wasserbetts
Wer sich im Internet informiert, stößt immer wieder auf die Behauptung, dass schon die Perser vor gut 3.000 Jahren auf Wassermatratzen geschlafen haben sollen. Angeblich wurden damals Ziegenhäute zu großen Lappen vernäht, mit Wasser gefüllt und in der Sonne erwärmt. Das ist aber wohl eher eine Fabel und historisch nicht belegt. Allerdings sind bei nomadisch lebenden Völkern schon seit Jahrhunderten Wasserschläuche im Gebrauch, die nicht nur als Trinkwasserspeicher dienen, sondern nachts auch als bequeme und von der Sonne gewärmte Schlafunterlage genutzt werden. Ganz neu ist das Konzept des Wasserbetts also nicht. In der westlichen Welt begann die Methode sich aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts zu etablieren. Britische Ärzte haben als erste mit Kautschukplanen experimentiert, die sie in mit Wasser gefüllten Badewannen aufspannten. So sollte wundgelegenen Patienten und Brandopfern Linderung verschafft werden. Kommerziell genutzt wird die Idee erst seit den 1960er Jahren, damals wurden die ersten echten Wasserbetten gebaut und vermarktet. Seither ist die Technik weit fortgeschritten, das Prinzip der Entlastung des Körpers mittels einer Wasserunterlage blieb aber unverändert.

Welche Wasserbetten gibt es?
Grundsätzlich lassen sich vier Wasserbetttypen voneinander unterscheiden. Die ältesten Modelle, die gerade langsam vom Markt verschwinden, sind die Wassermatratzen mit Schlauchsystemen. Bei diesen Modellen werden mit Wasser gefüllte Schläuche in eine Schaumstoffschicht integriert. Das Wasser kann sich aber in den Schläuchen nur bedingt ausbreiten, weshalb der Innendruck sehr hoch und die orthopädische Wirkung eher gering ist. Diese Matratzen haben aber den großen Vorteil, dass sie auf einem normalen Lattenrost platziert und eine konventionelle Matratze ganz ohne weiteren Aufwand ersetzten können. Ähnlich sind auch die sogenannten Leichtwasserbetten konstruiert. Auch hier handelt es sich eigentlich nur um eine Wassermatratze. Die Schläuche werden hier aber durch ein Trapezsystem ersetzt, so das sich das Wasser deutlich besser verteilen kann. Dadurch haben diese Matratzen bereits einen ganz beträchtlichen medizinischen Nutzen. Sie haben außerdem eine Reihe praktischer Vorteile. Bei den Leichtwasserbetten muss die vorhandene Bettkonstruktion nicht veränder werden, stattdessen werden nur die Matratzen ausgetauscht. Bei einem Doppelbett mit geteilter Matratze hat das zum Beispiel den Vorteil, dass ein Partner auf Wasser schlafen, der andere aber seine konventionelle Schlafunterlage behalten kann. Ideal ist das auch für Personen, die zwischen Wasserbett und regulärer Schlafunterlage Wechsel wollen.

Neben diesen beiden Wassermatratzen gibt es noch die eigentlichen Wasserbetten. Dabei wird zwischen Softside- und Hardside-Modellen unterschieden. Letztere sind die Ur-Variante des modernen Wasserbetts. Sie benötigen eine stabile Rahmenkonstruktion, die mit Winkeleisen an einer Bodenplatte befestigt wird. In diese stabile Rahmenkonstruktion wird dann die Wassermatratze eingelegt, nachdem zuvor noch eine Sicherheitsfolie aufgespannt wird, die dafür sorgt, dass das Wasser auch dann nicht auslaufen kann, wenn die Matratze selbst undicht wird. Dieser Typus ist beim Ein- und Aussteigen nicht sehr bequem, da die Wassermatratze unter den harten Rahmen absinkt. Aus diesem Grund ist es auch nicht möglich, bequem auf der Bettkante zu sitzen. Diese Mängel haben die modernen Sofstside-Wasserbetten nicht mehr. Hier hält ein Schaumstoffrand die Wassermatratze in Form. Der weiche Rahmen ermöglicht auch ein komfortables Ein- und Aussteigen aus dem Bett. Auch das Wechseln der Bettwäsche ist bei diesen Modellen deutlich einfacher, als bei den älteren Varianten. Sie lassen sich außerdem in viele handelsübliche Bettensysteme integrieren, sodass der alte Lattenrost, falls gewünscht, eventuell sogar weiter genutzt werden kann.

Welche Vorteile hat ein Wasserbett?
Viele Menschen kaufen sich ein Wasserbett, weil es schick ist und sie das Gefühl auf Wasser zu schlafen, einfach lieben. Auch die beruhigende Wirkung, die von dem leichten Schaukeln ausgeht, schätzen viele Konsumenten sehr. Darüber hinaus hat ein Wasserbett aber auch eine Reihe medizinischer Vorteile, die bei einer Kaufentscheidung immer stärker in den Vordergrund rücken.

Einschlaf- und Durchschlafprobleme
Wasserbetten begünstigen einen guten Schlaf, da sie den gesamten Bewegungsapparat entlasten und die Einschlafphase verkürzen. Letzteres ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Wasserbetten beheizt werden und der Körper das Bett deshalb nicht selbst vorwärmen muss, was den Übergang in die Schlafphase beschleunigt. Die wohlige Wärme sowie das Gefühl des Schwebens, das sich in einem Wasserbett einstellt, wirkt sich zudem entspannend aus, sodass es zu weniger Schlafunterbrechungen kommt.

Rheumapatienten
Rheuma und rheumatische Arthritis sind entzündliche und degenerative Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Nicht immer sind nur die Gelenke und die Knochen betroffen, sondern auch Sehnen, Knorpel, Muskeln und Blutgefäße werden oftmals in Mitleidenschaft gezogen. Die Patienten wachen morgens mit steifen, schmerzenden Gliedern auf und können sich oft stundenlang nicht richtig bewegen, es sei denn, sie nehmen ein heißes Bad. Diesen heilenden Effekt von Wärme macht sich auch das Wasserbett zunutze, wenn es zur Rheumatherapie eingesetzt wird. Da Wasserbetten geheizt werden, gibt das Wasser die ganze Nacht über Wärme an den Körper des Patienten ab. Das wirkt sich wohltuend auf entzündete Muskeln und Gelenke aus. Die Steifheit und die Schmerzen, die die Betroffenen sonst am Morgen beobachten, bilden sich dadurch zurück oder verschwinden sogar ganz.

Orthopädische Leiden
Aufgrund der hervorragenden Körperunterstützung und der fehlenden Druckpunkte im Schulterbereich und in der Beckenzone verschaffen Wasserbetten auch Menschen mit orthopädischen Leiden Linderung. Insbesondere bei Rückenproblemen bis hin zum Bandscheibenvorfall kann ein Wasserbett Schmerzen lindern und die Regenration des angegriffenen Gewebes verbessern.

Gesundes Schlafen während der Schwangerschaft
Von Wasserbetten profitieren vor allem auch Frauen in einem fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft. Der Rücken sowie die oftmals geschwollenen Gelenke werden entlastet. Außerdem können Schwangere sich in einem Wasserbett auch auf den Bauch drehen, was unter Umständen sogar lebensrettend sein kann. Wenn eine hochschwangere Frau auf dem Rücken liegt, besteht die Gefahr, dass der Fötus die untere Hohlvene abdrückt und der Rückfluss des Blutes aus der unteren Körperhälfte zum Herzen unterbrochen wird. Ätzte sprechen in diesen Fällen vom Vena-cava-Syndrom. Das Vena-cava-Syndrom betrifft im letzten drittel der Schwangerschaft etwa 30 bis 40 Prozent aller werdenden Mütter. Meist leiden die Frauen nur unter Blutdruckabfall und Kreislaufstörungen. In schweren Fällen besteht aber Lebensgefahr und das nicht nur für den Fötus, sondern auch für die schwangere Frau. Das nächtliche Schlafen auf dem Bauch kann hier vorbeugend wirken.

Wundliegen, Druckgeschwüre und Verbrennungen
Druckgeschwüre entstehen bei ständigem starken Druck auf die Haut. Ist der äußere Druck größer, als der Blutdruck in Kapillaren, wird die Durchblutung der feinen Blutgefäße eingeschränkt oder sogar vollständig unterbunden. Dies hat eine unzureichende Versorgung der Haut und des darunter liegenden Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen zur Folge. Das betroffene Gewebe beginnt abzusterben und wird dann von Mikroorganismen zersetzt, was zu schweren Entzündungen führen kann. Unter Druckgeschwüren leiden vor allem bettlägrige Patienten sowie Menschen mit Querschnittslähmung. Ein Wasserbett ist hier oft die einzige Möglichkeit, um für die notwendige Druckentlastung zu sorgen und einem Dekubitus, wie das Leiden medizinisch bezeichnet wird, vorzubeugen oder ein bereits vorhandenes Druckgeschwür zu therapieren.

Von der Druckentlastung profitieren auch Patienten mit Verbrennungen, bei denen allerdings die Schmerzlinderung im Vordergrund steht. Neben der guten Druckverteilung scheint sich auch das Gefühl des Schwebens positiv auf die Schmerzwahrnehmung auszuwirken. Hiervon profitieren im Alltag vor allem Menschen nach einem schweren Sonnenbrand sowie Personen, die an schmerzenden und druckempfindlichen Hautausschlägen und Ekzemen leiden.

Hygiene
Wasserbetten haben noch einen weiteren Vorteil, der sich günstig auf die Gesundheit auswirkt. Anders als herkömmliche Matratzen, die nur schwer gereinigt werden können, lässt sich die glatte Vyniloberfläche von Wasserbetten feucht abwischen und desinfizieren. Winzige Haare, Hautschuppen und abgestorbenes Gewebe, die konventionelle Matratzen belasten, können sich in einem Wasserbett nicht ansammeln.

Fazit
Wasserbetten sorgen für ein angenehmes Schlafgefühl, entlasten den Rücken und den Bewegungsapparat, erlauben werdenden Müttern eine gesunde Schlafhaltung im Endstadium der Schwangerschaft und sind außerdem äußerst hygienisch. Diesen vielen Vorzügen stehen nur wenige Nachteile entgegen. Das einzige Argument, das wirklich gegen ein Wasserbett spricht, ist dessen Immobilität. Ein Wasserbett wiegt wenigstens 300 Kilogramm, meist sogar gut das Doppelte. Ein solches Bett können Sie nicht einfach mal zwei Meter weiter nach links rücken oder ins Kinderzimmer stellen. Die Tragkraft der Decke muss außerdem unbedingt vor der Anschaffung geprüft werden, wobei das Gewicht bei Neubauten jedoch kein Problem sein sollte. Außerdem sind Sie bei einem Umzug auf die Hilfe von Fachleuten angewiesen. Wenn Ihre Schlafstätte aber ohnehin einen festen Platz in Ihrer Wohnung hat und ein Umzug nicht abzusehen ist, dann ist ein Wasserbett eine sinnvolle Investition in Ihre Gesundheit.

 

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